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Ordenskommers Allersberg                                                             7.1.18

Von Josef Sturm

Allersberg (jsm) Mit einem grandiosen Auftakt startete das Allersberger Faschingskomitee am Dreikönigstag in die närrische fünfte Jahreszeit.  Nach dem Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder und Förderer am Vormittag und dem Empfang der Tillträger ging es ab 16.11 Uhr im proppenvollen Kolpingsaal im wahrsten Sinne des Wortes rund und heiß her. Traditionell eröffnete der Musikverein Markt Allersberg den närrischen Spektakel, dem unzählige Gesellschaften und weit über 20 Prinzenpaare aus dem ganzen Frankenland, darunter die Regenten der Noris, und alles was Rang und Namen hatte aus Politik, Vereinen und Verbänden kräftig mitfeierten. Stark aufgestellt präsentierten sich die Aktiven des Faschingskomitees mit den Minihexen und Flecklashexen, so dass die Bühne fast zu klein war. „Das hier wird zu Recht die gute Stube der fränkischen Fastnacht genannt, auch wenn man Veitshöchheim als Mekka bezeichnet, verkündete Bürgermeister Daniel Horndasch der erstmals dabei war. Über vier Stunden sorgte das Faschingskomitee mit einem bunten Programm für Gaudi und Spaß. Es regnete Orden auf Aktive, Freunde und Gönner, Pfarrer Peter Wenzel und Philipp Trommer wurden zu Tillträgern erkoren und bis in die Nacht hinein wurde ausgiebig weitergefeiert, denn der Ordenskommers in Allersberg ist die erste Faschingsveranstaltung in Franken und wird von vielen auch als Neujahrsempfang der Fastnachter bezeichnet.

Im Element war Präsident Alexander Böck, der souverän durchs Programm führte und sich zusammen mit Vorsitzenden Bastian Schöll und seinem Stellvertreter Michael Heim nicht nur stolz auf die tolle, große Mannschaft zeigte sondern auch auf die vielen Gäste ganz Franken. Sie wünschten, ebenso wie Ehrenpräsident Willy Bittner und Ehrenvorsitzender Norbert Saurborn einen bunten Nachmittag und schönen Fasching und freuten sich über die „geballte Energie“ auf der Bühne. „Das so viele Freunde da sind, auch aus Stützerbach und Wien, das ehrt uns.“

Bevor die Fastnachter endgültig das Ruder übernahmen, und Alex Böck zur Ordensverleihung an die Aktivenschar verkündete „Jetzt  können wir starten mit dem Gemetzel“, gehörte die Bühne den Heiligen Drei Königen. Sie trugen ihren Segenswunsch vor und ließen mit ihrem Besuch einen alten Brauch wieder aufleben.  Die Vorstellung des Sessionsordens oblag den Führungskräften der Allersberger Feuerwehr mit Egbert Petz, Thomas Hagenrainer, Jürgen Jahn und Stefan Meyer, denn die Auszeichnung ist heuer dem 150-Jährigen der Stützpunktwehr gewidmet und soll nicht nur deren großes Engagement sondern das Ehrenamt insgesamt würdigen. Begeisterten Beifall gab es, als bei abgedunkeltem Saal die Besonderheit der Orden aufgezeigt wurde: die blinkenden Blaulichter am Feuerwehrauto.

Bühne frei für den Allersberger Nachwuchs, die 20 Minihexen hieß es dann. Sie legten einen Supertanz aufs Parkett und wurden mit lautstarkem „Allersberg Allaa“ kräftig gefeiert. Die Nachwuchstruppe, die von Désirée Schöll und Sabrina Wittigschlager-Kratzer trainiert wird, und vor 22 Jahren von Sabine Stubenhofer ins Leben gerufen wurde, darf in Veitshöchheim bei der Fernsehsendung „Wehe wenn wir losgelassen“ tanzen, die am 28. Januar aufgezeichnet wird. Karten dafür können bei Bastian Schöll erworben werden.

Alle Hände voll zu tun hatten Chefpagin Romina Lehner und ihre neue Kollegin Julia Stolk bei den vielen Ordensverleihungen, die aufgelockert wurden von den Auftritten der Tänzerinnen, Garden und Büttenrednern. In bester Feierlaune zeigten sich die Faschingsfreunde die die Akteure mit lauten Allaa- und Helau-Rufen hochleben ließen. Mit ihren Marschtanz erfreuten die Juniorengarde der Eibanesen und des Rother Carneval Vereins, die „Bienchen“ von Grün-Weiß Wendelstein verkündeten „Arbeit nervt“, ihre Solotänze präsentierten Pauline Heckmann vom RCV und Gina Birner von der Buchnesa, mit einem Solistenmedlay wartete die KaGe Spalt auf und ihre „Freakshow“ zeigte die Röbenesia. Dass der Praktikant immer der Depp ist, diese Erfahrung machte Nina Chocholaty  bei der „Berufswahl“ in der Bütt, ins Musical „Mamma Mia“ entführten die Spotlights der Gredonia aus Greding und in den „Candy Shop“ das Männerballett von Feucht-Fröhlich.

Ein besonderer Glanzpunkt war ohne Zweifel einmal mehr der Auftritt der Original Allersberger Flecklashexen. Mit ihrem neuen spektakulären Tanz brachten sie den Saal zum Toben und wurden mit ihren neuen Trainerinnen Stephanie Holetzky und Sarah Heinrich frenentisch gefeiert. „Fernsehen hin und her, die Wahrheit liegt da, das ist echter Fasching“, zollte Landrat Herbert Eckstein der großartigen Truppe und der Leistung des Faschingskomitees Lob. „Das ich diese Mütze tragen darf, ist das Ziel meines Lebens“ verkündete Pfarrer Wenzel als er zum Tillträger ernannt wurde, ehe er in der Bütt als gebürtiger Oberpfälzer die „fränkischen Beutebauern“ begrüßte, die „Franken in der breiten Masse, als Bayerns zweite Klasse“ auf die Schippe nahm und dabei auch den parteilosen Bürgermeister und den Landrat mit seinen „Schrumpfsozies“ nicht ungeschoren ließ. Dafür, dass kein Auge trocken blieb sorgte er mit seinem Derblecken. Eine Stärkung für „die, die uns Freude bringen“ dabei hatte Stützerbachs Bürgermeister Frank Juffa, der mit Sabine und Wolfgang Schilling angereist war, um die über 25-jährige Freundschaft zu dokumentieren, und allen richtig aus dem Herzen sprach der Vertreter der Prinzenpaare und Gesellschaften der wünschte: Genießt den Fasching in vollen Zügen mit Frohsinn ohne Radau“. Und das ließen sich die Faschingsfreunde dann auch nicht zweimal sagen. (st)

Heilige Messen in der Pfarrei Allersberg

Samstag 17.30 Uhr (von November bis einschl. März 17.00 Uhr)

Gottesdienstzeiten in der Expositur Göggelsbuch

Samstag 19.00 oder Sonntag 9.00 im Wechsel mit Ebenried (von November bis einschl. März 18.30 Uhr)

Gottesdienstzeiten in Ebenried

Samstag 19.00 oder Sonntag 9.30 im Wechsel mit Göggelsbuch (von November bis einschl. März 18.30 Uhr)

Pfarrei Allersberg

Leiter:
Pfarrer Peter Wenzel
Hinterer Markt 24
90584  Allersberg